Ulrich Wickert

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Ulrich Wickert – Celebrity of the Week

Himmel! Was ist nur mit Ulrich Wickert passiert? Den „Tagesthemen"-Journalisten zieht es in die Welt mörderischer Abgründe, ja in den geistigen Untergrund des organisierten Verbrechens. Der Anchorman der Nation ist diese Woche von der Krimi-Mafia aufgenommen worden - als Mitglied im literarischen Mordaufklärungskommando „Syndikat". Um Gottes willen! Muss die ARD demnächst Schutzgeld an die Krimischreiber-Vereinigung zahlen, wenn sie sich den 61-jährigen Bestseller-Autoren von der „ehrenwerten Gesellschaft" für die „Tagesthemen"-Moderation ausleihen will? Oder wird Ulrich Wickert gar der Don Vito Corleone vom Ersten? Ein Gangsterboss so gütig zu Familie und Freunden wie grausam gegenüber seinen Feinden? Wer weiß ...? Einen ausgeprägten Riecher fürs Verbrechen hat er jedenfalls. Mit seinem Krimi-Debüt „Der Richter von Paris" hat er die Bestseller-Listen erobert und den Absatz von Blutdrucksenkern erhöht und auch die Literaturkritiker mit seiner Geschichte über den beherzten Franzosen Jacques Ricou überzeugt. Sind auch Sie dem Helden auf seiner Odyssee zwischen Paris, Indochina, Algerien und den Antillen gefolgt? Ja? Dann können Sie die Fortsetzung sicherlich kaum abwarten. Angeblich schreibt Wickert bereits daran. Aber: Wann denkt der Neuzugang der schreibenden Verbindung sich die Storys aus? Der sitzt doch von morgens bis spät in die Nacht in der Redaktion. Dem studierten Juristen muss der Stoff im Schlaf einfallen. Ob die kreativen Träume von den dick geschmierten Butterstullen kommen, die er vorm Schlafengehen so gern nascht? Verehrter Ulrich Wickert: Welche Butter schmieren Sie sich aufs Brot?

Style: Mafios. Der Fernsehjournalist ist einer der wenigen deutschen Männer mit tadellosem Stil. Denn Stil ist eine Frage der Geisteshaltung, der Bildung, der Originalität. Ich meine: Versuchen Sie das doch mal einem Lojewski-Plagiat wie Claus Kleber zu erklären, der ausschaut, als würde er seinen Charme vorm Spiegel in der Maske trainieren. Der gebildete Wickert ist eine Instanz. Nicht ohne Grund ist der in Tokio geborene Kosmopolit laut Infratest der beliebteste und glaubwürdigste deutsche Nachrichtensprecher. Er hat die Stilsicherheit eines Souveräns, die sich sonst nur bei Mafia-Bossen in Hollywoodstreifen findet. Eine Mischung aus Lässigkeit und Eleganz, Bodenständigkeit gepaart mit Savoir-vivre. Ein Connaisseur, der nicht nur weiß, wo man sich die richtigen Hemden kauft, sondern auch die besten Käsehändler Frankreichs beim Vornamen kennt. Kein Protzer, dem die Zigarren nicht dick genug sein können, sondern ein Mann, der genießt und schweigt - obwohl er auf die Frage, was ihm an sich besonders gefällt, geistreich wie immer antwortet: „Die Haare auf meinen Zähnen".

Job-Perspektive: Pate. Wenn Ulrich Wickert mit einem anderen Prominenten einen Monat lang tauschen könnte, wäre er gern George W. Bush. Großartig! Das soll er mal machen. Am besten für immer: US-Mafioso auf Lebenszeit. Das Beste daran: So sehen wir unseren Lieblings-Kriminalisten auch nach 2006 regelmäßig in den „Tagesthemen".

Artikel erschienen am 2. Mai 2004 / Steffen Burkhard

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