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Trauer um Walross-Dame Antje

Die Walross-Dame Antje ist tot.

Hagenbeck. Schon seit Tagen bangten Fans des einstigen Maskottchen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) um das 27 Jahre alte Tier, das sein Becken nicht mehr verlassen wollte. „Am Abend kam sie noch einmal heraus, hat ihre Suppe geschlürft und ist dann in den frühen Morgenstunden sanft entschlafen“, berichtet Tierpark-Seniorchef Claus Hagenbeck.

Die Trauer um den 750 Kilogramm schweren Liebling der Zoobesucher ist groß. Besonders vermissen werden viele wohl die Fütterungen. Dabei robbte Antje aus dem Wasser, bekam ihr Futter und blies Mundharmonika. Große Bedeutung misst selbst Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) dem Zoo-Star zu. „Das sympathische Walross war ein Wahrzeichen von Hamburg“, betont er.

„Wir sind alle traurig - aber gefasst, denn es kam nicht unerwartet. Antje war nicht nur ein Tier, sondern ein Symbol für den ganzen Tierpark und vor allem für den NDR“, meinte Hagenbeck. Gänzlich verzichten müssen die Hamburger auf ihre Antje aber nicht. Das Tier soll ausgestopft werden und einen Ehrenplatz im Zoologischen Museum der Hamburger Universität bekommen, erklärt der Tierpark- Senior.

Er ließ die im Nordpolarmeer geborene Antje 1976 über Moskau an die Elbe bringen. Damals wog sie „nur“ 62 Kilogramm und erreichte schließlich ihr Idealgewicht von 750 Kilo. Zuletzt brachte die kranke, alte Dame allerdings deutlich weniger auf die Waage. Ihr Tod kam nicht unerwartet. In der Regel leben Antjes Artgenossen etwa 20 Jahre, ein Alter von 30 Jahren ist die absolute Ausnahme.

Pfleger Heino Susott hatte das Walross von Beginn an gepflegt und gehegt, bis er 1998 in Rente ging. Susott verbrachte sogar manche Feiertage mit seinem „Liebling“. So blieb er in den Silvester-Nächten mit Antje im Stall und lenkte sie mit Musik von der Knallerei ab. Dafür durfte er dann mit dem NDR-Maskottchen ins Fernsehen: Bei einem Auftritt in der Seesamstraße präsentierte das Walross seinen Pflege-Vater.

Auch Dirk Stutzki, der in den letzten Jahren für Antje sorgte, hatte das Riesen-Vieh ins Herz geschlossen. Täglich fütterte er das Schwergewicht mit viel Frischfisch und mehr als sieben Kilo Fischsuppe, der ein Vitamin-Cocktail und Traubenzucker beigemischt waren. Die Mundharmonika, auf der Antje viele Tausend Mal den „Blues“ gespielt hatte, holte Stutzki nach ihrem Tod noch einmal wehmütig hervor. Auch der Tierpark zeigte seine Trauer und flaggte Halbmast.

Der NDR ehrt seine Symbolfigur mit zwei Sondersendungen, in der Prominente wie Ulrich Wickert zu Wort kommen: „Ich bin betrübt, dass nun wieder ein Gesicht verschwindet, das uns so treu über die Jahre begleitet hat“, sagt der Tagesthemen-Moderator. Antje sei die ideale Fernsehfigur gewesen. „Sie widersprach niemandem, sie strahlte Liebenswürdigkeit aus und gab das Gefühl der Geborgenheit, wenn wir sie sahen“.

dpa / lno

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